Kabelverschraubungen

Kabelverschraubungen: Vielfalt, Schutz und professionelle Lösungen

In der Welt der Elektroinstallation und des Anlagenbaus sind Kabelverschraubungen unverzichtbare Komponenten, die für die sichere und dichte Einführung von Kabeln in Gehäuse, Schaltschränke und Maschinen sorgen. Unser Sortiment an Kabelverschraubungen bietet eine breite Palette an Lösungen, die speziell für unterschiedliche Anwendungsbereiche und Branchen ausgewählt wurden. Egal ob für anspruchsvolle Umgebungsbedingungen, hohe mechanische Belastungen, chemische Einwirkungen oder für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen – bei Lan.de finden Sie die passende Verschraubung für Ihre spezifischen Anforderungen.

Auswahlkriterien für Ihre perfekte Kabelverschraubung

Die Auswahl der richtigen Kabelverschraubung ist entscheidend für die Langlebigkeit, Sicherheit und Funktionalität Ihrer elektrischen Installationen. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung folgende Kernaspekte, um eine optimale Performance und Konformität zu gewährleisten:

  • Material: Das verwendete Material muss beständig gegenüber den Umgebungsbedingungen sein. Gängige Materialien sind Messing (oft vernickelt), Edelstahl (V4A/1.4571 für höchste Korrosionsbeständigkeit), Kunststoff (PA, Polycarbonat) für leichte und kostengünstige Anwendungen sowie spezielle Legierungen für extreme Anforderungen.
  • Schutzart (IP-Schutzklasse): Die Kabelverschraubung muss eine definierte Schutzart gemäß DIN EN 60529 erreichen, um das Eindringen von Staub und Wasser zu verhindern. Insbesondere in Feuchträumen oder Außenbereichen sind hohe IP-Schutzarten wie IP67 oder IP68 essenziell.
  • Kabeldurchmesser und -außendurchmesser: Die Verschraubung muss exakt auf den Kabeldurchmesser abgestimmt sein, um eine dichte Abdichtung zu gewährleisten und ein Verrutschen des Kabels zu verhindern. Beachten Sie sowohl den kleinsten als auch den größten möglichen Kabelaußendurchmesser, der abgedichtet werden kann.
  • Gewindeart und -größe: Die Gewindegröße muss zum Einbauort passen (z.B. metrisches Gewinde nach ISO, PG-Gewinde). Achten Sie auf die passende Länge des Gewindes für eine sichere Befestigung im Gehäuse.
  • Anwendungsspezifische Anforderungen: Prüfen Sie, ob besondere Anforderungen bestehen, wie z.B. EMV-Abschirmung (elektromagnetische Verträglichkeit), hohe Zugentlastung, Vibrationsfestigkeit, chemische Beständigkeit oder Eignung für explosionsgefährdete Bereiche (ATEX-Konformität).
  • Zertifizierungen und Normen: Achten Sie auf die Einhaltung relevanter Normen wie DIN EN 62444 (Kabelverschraubungen und Zugentlastungen) oder spezifische Industrienormen. Für bestimmte Anwendungen sind auch Zertifizierungen wie UL, CSA oder VDE wichtig.
  • Temperaturbeständigkeit: Die Umgebungstemperatur spielt eine wichtige Rolle. Viele Standardverschraubungen decken einen Bereich von ca. -20°C bis +100°C ab, doch für extreme Kälte oder Hitze sind spezielle Varianten erforderlich.

Typenvielfalt und Anwendungsbereiche

Die Welt der Kabelverschraubungen ist reich an Spezialisierungen, um unterschiedlichste Herausforderungen zu meistern. Jede Variante ist für spezifische Szenarien optimiert:

  • Standard-Kabelverschraubungen (Kunststoff/Messing): Diese sind die Arbeitspferde für allgemeine Anwendungen in Schaltschrankbau, Maschinenbau und Elektroinstallationen. Sie bieten gute Dichtheit und mechanische Stabilität für moderate Anforderungen.
  • Edelstahl-Kabelverschraubungen (V2A/V4A): Ausgelegt für korrosive Umgebungen, wie in der Lebensmittelindustrie, chemischen Industrie, im maritimen Bereich oder für Anwendungen im Außenbereich unter extremen Witterungsbedingungen. V4A (AISI 316L) bietet dabei höchste Beständigkeit, auch gegen aggressive Medien wie Salzwasser oder Säuren.
  • EMV-Kabelverschraubungen: Diese verfügen über eine spezielle Konstruktion, oft mit einem metallischen Mantel oder einer leitfähigen Dichtung, um eine zuverlässige elektrische Verbindung zwischen Kabelabschirmung und Gehäuse herzustellen. Sie sind unerlässlich für den Schutz vor elektromagnetischen Störungen und zur Sicherstellung der Signalintegrität.
  • ATEX-Kabelverschraubungen: Speziell zertifiziert für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen (Zone 1, 2, 21, 22). Diese Verschraubungen unterliegen strengen Sicherheitsanforderungen und müssen eine besondere Dichtheit und mechanische Integrität aufweisen, um die Entzündung einer explosionsfähigen Atmosphäre zu verhindern.
  • Schnapp- und Klemm-Kabelverschraubungen: Ermöglichen eine werkzeuglose Montage und Demontage, ideal für schnelle Installationen oder Anwendungen, bei denen Wartungsarbeiten häufiger anfallen.
  • Mehrfach-Kabelverschraubungen: Ermöglichen die Einführung mehrerer Kabel durch eine einzige Verschraubung, was Platz spart und die Montage vereinfacht. Hierbei werden oft Dichteinsätze verwendet, die individuell für die Kabeldurchmesser angepasst werden können.
  • Sonderausführungen: Dazu zählen beispielsweise Winkelverschraubungen, Flanschverschraubungen oder solche mit integrierten Filtern zur Druckentlüftung.

Technische Spezifikationen und Klassifizierung

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über gängige Klassifizierungen und technische Merkmale, die bei der Auswahl von Kabelverschraubungen relevant sind:

KriteriumBeschreibungTypische MaterialienRelevante Normen/ZertifikateSchutzart (Beispiele)Anwendungsbeispiele
MaterialbeständigkeitWiderstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse, Chemikalien, KorrosionPA, Messing vernickelt, Edelstahl (V2A, V4A), POMDIN EN 60068-2-52 (Salzsprühtest), spezifische ChemikalienbeständigkeitslistenIP65, IP68Industrieumgebungen, Lebensmittelindustrie, Außenanlagen, Schiffsanwendungen
Mechanische BelastbarkeitZugentlastung, Quetschfestigkeit, SchlagfestigkeitMetallgehäuse (Messing, Edelstahl), stabile KunststoffkonstruktionenDIN EN 62444, UL 514BN.a. (abhängig von Zugentlastungsprüfung)Maschinenbau, Anlagenbau, Bereiche mit mechanischer Beanspruchung
EMV-AbschirmungEffektive Abschirmung gegen elektromagnetische FelderMessing, Edelstahl mit leitfähigen Beschichtungen oder speziellen DichtelementenIEC 61300-3-45, DIN EN 61537N.a. (Frequenzbereich entscheidend)Automatisierungstechnik, Telekommunikation, Mess- und Regeltechnik
Explosionsschutz (ATEX)Sicherer Einsatz in explosionsgefährdeten ZonenEdelstahl, spezielle Kunststoffe und DichtungsmaterialienIECEx, ATEX (Richtlinie 2014/34/EU), EN 60079-SerieIP6X, erhöhte Sicherheit (Ex e)Chemieanlagen, Raffinerien, Lebensmittelproduktion (staubexplosionsgefährdet)
TemperaturbereichBetriebstemperaturspanneStandardkunststoffe (-20°C bis +100°C), Silikon (bis +250°C), spezielle ElastomereIEC 60068-2-1 (Kälte), IEC 60068-2-2 (Wärme)N.a.Hochtemperatur- oder Tieftemperaturanwendungen
GewindeartenStandardisierte Gewindeformen für die MontageAlle gängigen MaterialienISO (Metrisch), PG (Panzergewinde), NPT (National Pipe Taper)N.a.Universelle Montage in Gehäusen und Geräten
DichtungsprinzipArt der Abdichtung des KabeleinführungsbereichsO-Ringe, Flachdichtungen, Lamellendichtungen, konische DichtungenDIN EN 60529 (IP-Schutz)IP65, IP67, IP68, IP69KFeuchtebereiche, staubige Umgebungen, Hochdruckreinigung

Branchenspezifische Empfehlungen und Qualitätsmerkmale

Für eine langanhaltende und sichere Installation sind neben den grundlegenden Kriterien auch branchenspezifische Aspekte sowie die Qualität der Verarbeitung entscheidend. Achten Sie bei der Auswahl auf Markenhersteller wie WAGO, HellermannTyton, Lapp Kabel oder HARTING, die für ihre hohe Produktqualität und Zuverlässigkeit bekannt sind. Insbesondere im Bereich der EMV und ATEX sind die Einhaltung und Dokumentation der jeweiligen Zertifizierungen unerlässlich. Die Präzision der Fertigung, die Materialreinheit und die Qualität der Dichtungselemente (z.B. TPE, EPDM, Silikon) garantieren eine dauerhaft dichte und zugentlastete Kabelführung. Bei kritischen Anwendungen, wie sie im Anlagenbau oder in der Automobilindustrie vorkommen, ist die konsequente Verwendung von säurebeständigen Edelstahlvarianten (V4A) oder speziellen Kunststoffen mit hoher UV- und chemischer Beständigkeit ratsam.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Kabelverschraubungen

Was ist der Unterschied zwischen IP67 und IP68?

Die Schutzart IP67 bedeutet, dass die Kabelverschraubung staubdicht ist und einem zeitlich begrenzten, untergetauchten Zustand in Wasser (bis zu 1 Meter Tiefe für 30 Minuten) standhält. IP68 geht darüber hinaus und spezifiziert in der Regel eine dauerhafte Unterwasserbarkeit, deren genaue Tiefe und Dauer vom Hersteller angegeben werden muss. Für die meisten industriellen Anwendungen im Außenbereich ist IP67 ausreichend, während IP68 bei permanenter Wasserexposition oder tiefen Einbauten notwendig ist.

Welche Vorteile bietet eine EMV-Kabelverschraubung?

EMV-Kabelverschraubungen gewährleisten eine zuverlässige elektrische Verbindung zwischen der Abschirmung des Kabels und dem Gehäuse. Dies verhindert, dass unerwünschte elektromagnetische Strahlung in das Gehäuse eindringt oder aus ihm austritt. Dies ist essenziell für die Signalintegrität von empfindlichen elektronischen Geräten, die einwandfreie Funktion von Kommunikationssystemen und die Einhaltung von EMV-Richtlinien in vielen Branchen.

Sind Kunststoff-Kabelverschraubungen immer ausreichend?

Kunststoff-Kabelverschraubungen sind eine kostengünstige und leichte Alternative für viele Standardanwendungen, insbesondere dort, wo keine hohen mechanischen Belastungen, extreme Temperaturen oder aggressive chemische Einwirkungen zu erwarten sind. Für Umgebungen mit hohen mechanischen Anforderungen, Korrosionsgefahr, extremen Temperaturen oder speziellen Sicherheitsanforderungen (z.B. ATEX) sind jedoch Kabelverschraubungen aus Metall, insbesondere Edelstahl, oder spezielle Hochleistungskunststoffe die bessere Wahl.

Was bedeutet die Zugentlastung bei Kabelverschraubungen?

Die Zugentlastung verhindert, dass mechanische Kräfte, die auf das Kabel wirken (z.B. durch Ziehen, Eigengewicht oder Vibrationen), direkt auf die Anschlussklemmen im Gehäuse übertragen werden. Eine gute Zugentlastung schützt die empfindlichen Leiterverbindungen und sorgt für die langfristige Stabilität der Installation. Die meisten Kabelverschraubungen bieten eine gewisse Zugentlastung durch die Klemmung des Kabels in der Dichtung, spezielle Ausführungen sind jedoch für besonders hohe Zugkräfte ausgelegt.

Wann sind ATEX-zertifizierte Kabelverschraubungen erforderlich?

ATEX-zertifizierte Kabelverschraubungen sind zwingend vorgeschrieben, wenn elektrische Geräte oder Installationen in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Dazu zählen Bereiche, in denen aufgrund von brennbaren Gasen, Dämpfen oder Stäuben eine explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann. Die Verschraubungen müssen spezielle Kriterien erfüllen, um die Zündung einer solchen Atmosphäre zu verhindern und die Sicherheit zu gewährleisten.

Welche Gewindearten sind bei Kabelverschraubungen am gebräuchlichsten?

Die am häufigsten verwendeten Gewindearten sind metrische Gewinde nach ISO-Standard (z.B. M12, M16, M20) sowie das PG-Gewinde (Panzergewinde). In Nordamerika ist auch das NPT-Gewinde (National Pipe Taper) verbreitet. Die Wahl der Gewindeart richtet sich nach dem Standard des zu verwendenden Gehäuses oder Geräts. Es ist wichtig, dass Gewindeart und -größe exakt übereinstimmen.

Kann ich eine Kabelverschraubung für jeden Kabelquerschnitt verwenden?

Nein, jede Kabelverschraubung ist für einen bestimmten Bereich von Kabelaußendurchmessern ausgelegt. Dieser Bereich wird in den technischen Daten angegeben. Es ist entscheidend, dass der Außendurchmesser des zu führenden Kabels innerhalb des spezifizierten Klemmbereichs liegt, um eine optimale Abdichtung und Zugentlastung zu gewährleisten. Bei der Verwendung von Mehrfach-Kabelverschraubungen oder speziellen Dichteinsätzen können oft unterschiedliche Kabeldurchmesser abgedeckt werden.