Fehlerstromschutzschalter

Fehlerstromschutzschalter (FI-Schutzschalter): Ihr Schutzschild gegen elektrische Gefahren

Die Kategorie Fehlerstromschutzschalter, auch bekannt als FI-Schutzschalter oder RCDs (Residual Current Devices), bietet eine entscheidende Sicherheitsebene für Ihre Elektroinstallationen. Ob für private Haushalte, gewerbliche Anwendungen oder industrielle Umgebungen – die Auswahl an Schutzschaltern deckt ein breites Spektrum an Anforderungen ab, um Sie und Ihre Anlagen zuverlässig vor den gefährlichen Auswirkungen von Fehlerströmen zu schützen. Wir haben diese Auswahl gezielt zusammengestellt, um Ihnen eine optimale Balance aus Sicherheit, Effizienz und Konformität mit geltenden Normen zu ermöglichen, von kompakten Varianten für die Unterverteilung bis hin zu leistungsstarken Lösungen für anspruchsvolle Einsatzbereiche.

Worauf Sie beim Kauf von Fehlerstromschutzschaltern achten müssen: Eine umfassende Kaufberatung

Die Auswahl des richtigen Fehlerstromschutzschalters ist essenziell für die Sicherheit Ihrer elektrischen Anlagen. Mehrere Faktoren gilt es zu berücksichtigen, um eine optimale Funktion und maximalen Schutz zu gewährleisten. Achten Sie zunächst auf die Bemessungsfehlerstromstärke. Diese gibt den maximalen Strom an, bei dem der Schutzschalter auslöst. Für Wohnbereiche sind in der Regel 30 mA (Milliamperestunden) ausreichend, um Personen vor gefährlichen Körperströmen zu schützen. In gewerblichen oder industriellen Bereichen können höhere Werte (z. B. 100 mA oder 300 mA) erforderlich sein, wenn der primäre Zweck der Schutz von Anlagen oder die Vermeidung von Bränden ist.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Bauart des Fehlerstromschutzschalters. Es gibt verschiedene Typen (AC, A, B, F, B+), die sich in ihrer Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Arten von Fehlerströmen unterscheiden. Typ AC ist für sinusförmige Wechselfehlerströme geeignet, während Typ A auch pulsierende Gleichfehlerströme erkennt. Typ B und B+ sind die fortschrittlichsten und erkennen zusätzlich glatte Gleichfehlerströme, wie sie beispielsweise bei elektronischen Geräten mit Gleichrichtern auftreten können. Die Auswahl der richtigen Bauart hängt von den zu schützenden Geräten und den potenziellen Fehlerstromarten ab.

Berücksichtigen Sie auch die Bemessungsspannung und die Bemessungsstromstärke des Schutzschalters, die mit Ihrer Elektroinstallation kompatibel sein müssen. Achten Sie auf Zertifizierungen und Normenkonformität, wie beispielsweise die DIN EN 61008, DIN EN 61009 oder DIN EN 62423, die die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Produkts garantieren. Die Polzahl (z. B. 2-polig oder 4-polig) ist ebenfalls wichtig und richtet sich nach der Anzahl der zu schützenden Leiter. Markenhersteller wie ABB, Siemens, Hager oder Schneider Electric stehen für Qualität und Zuverlässigkeit im Bereich der Schutzschaltertechnik. Nicht zuletzt ist die Umgebungsbedingung zu prüfen: Einsatztemperaturen, Feuchtigkeit oder Staub können die Lebensdauer und Funktion beeinträchtigen.

Vielfalt und Anwendungsbereiche: Finden Sie den passenden FI-Schutzschalter

Unsere Auswahl an Fehlerstromschutzschaltern wurde sorgfältig kuratiert, um den vielfältigen Anforderungen moderner Elektroinstallationen gerecht zu werden. Für den anspruchsvollen Privatanwender und Elektrofachbetrieb bieten wir leistungsstarke FI-Schutzschalter Typ A, die nicht nur klassische Wechselfehlerströme, sondern auch pulsierende Gleichfehlerströme zuverlässig erkennen. Diese sind besonders relevant für den Schutz von Stromkreisen mit elektronischen Geräten wie Waschmaschinen, Trocknern oder modernen Beleuchtungssystemen.

Für Installationen, bei denen glatte Gleichfehlerströme auftreten können, beispielsweise durch Frequenzumrichter, Ladestationen für Elektrofahrzeuge (Wallboxen) oder bestimmte Industriemaschinen, führen wir spezialisierte FI-Schutzschalter Typ B und Typ B+. Diese bieten einen erweiterten Schutz und sind unerlässlich, um normativ konforme und sichere Lösungen zu realisieren. Die flexiblen Kombinationsmöglichkeiten von Leitungsschutzschaltern und Fehlerstromschutzfunktionen in einem Gerät, bekannt als RCBOs (Residual Current Circuit Breakers with Overcurrent protection), vereinfachen die Installation und sparen Platz in der Verteilung.

Für den Einsatz in größeren Anlagen und Industrieumgebungen finden Sie auch FI-Schutzschalter mit höheren Bemessungsfehlerströmen (z. B. 100 mA oder 300 mA), die primär dem Brandschutz oder dem Schutz von Geräten dienen. Die Berücksichtigung von ökologischen Aspekten und energieeffizienten Designs gewinnt auch bei Schutzschaltern an Bedeutung, auch wenn dies primär im Bereich der Auslösecharakteristik und Materialauswahl zum Tragen kommt. Unser Sortiment umfasst Produkte, die auf Langlebigkeit und minimale Umweltauswirkungen ausgelegt sind, unterstützt durch relevante Zertifizierungen.

Technische Klassifizierung und Auswahlkriterien für Fehlerstromschutzschalter

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über wichtige Klassifizierungen und Auswahlkriterien, die Ihnen bei der Entscheidung für den richtigen Fehlerstromschutzschalter helfen.

KriteriumBeschreibungRelevanz für die AuswahlBeispiele & Normen
Bauart (RCD Type)Erkennungsart von Fehlerströmen (sinusförmig, pulsierend, gleichförmig).Bestimmt, welche Fehlerströme der Schalter detektiert. Unerlässlich für die Auswahl basierend auf den geschützten Geräten.AC (sinusförmige Wechselfehlerströme), A (zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme), B/B+ (zusätzlich glatte Gleichfehlerströme). DIN EN 62423.
Bemessungsfehlerstrom (IΔn)Maximaler Fehlerstrom, bei dem der RCD auslöst.Entscheidend für die Schutzfunktion: Personen-, Brand- oder Anlagenschutz.30 mA (Personenschutz), 100 mA, 300 mA (Brandschutz, Anlagenschutz).
Bemessungsstrom (In)Maximal zulässiger Strom, der durch den RCD fließen darf, ohne auszulösen.Muss mindestens dem Strom des zu schützenden Stromkreises entsprechen und auf die vorgelagerte Absicherung abgestimmt sein.10 A, 16 A, 25 A, 40 A, 63 A etc.
PolzahlAnzahl der Leiter, die der RCD absichert.Entscheidend für die Art des Stromnetzes (Einphasen-/Dreiphasenstrom) und die Anzahl der zu schützenden Phasen.2-polig (L + N), 4-polig (3 x L + N).
AuslösezeitMaximale Zeitspanne, in der der RCD bei einem Fehlerstrom auslösen muss.Garantie der Sicherheit innerhalb definierter Grenzen. Kurze Auslösezeiten sind für den Personenschutz kritisch.Typische Werte: < 25 ms bei 1 x IΔn.
Bemessungsabschaltvermögen (Icn)Maximaler Kurzschlussstrom, den der RCD sicher abschalten kann, ohne zerstört zu werden.Wichtig für die Selektivität und Sicherheit in Installationen mit hohem Kurzschlusspotenzial.Typischerweise 6 kA oder 10 kA.
Wieder-EinschaltvorrichtungMöglichkeit zur Fernüberwachung oder automatischen Wiederverriegelung (bei Bedarf).Relevant für kritische Anwendungen, wo eine sofortige Wiederversorgung nach Störungsbehebung wichtig ist.Spezialfunktionen für industrielle Steuerungen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Fehlerstromschutzschalter

Was ist der Unterschied zwischen einem FI-Schutzschalter und einem Leitungsschutzschalter (LS-Schalter)?

Ein FI-Schutzschalter (RCD) schützt vor gefährlichen Fehlerströmen, die durch Personen fließen könnten, und somit vor Stromschlägen. Ein Leitungsschutzschalter (LS-Schalter, auch Sicherungsautomat genannt) schützt primär vor Überlastung und Kurzschluss und verhindert so Schäden an Leitungen und Geräten sowie Brandgefahren. Viele moderne Geräte, sogenannte RCBOs, vereinen beide Funktionen in einem Gehäuse.

Welche Bauart von FI-Schutzschalter benötige ich für meine Waschmaschine?

Für die meisten modernen Waschmaschinen, die über elektronische Steuerungen und eventuell über bürstenlose Motoren verfügen, ist ein FI-Schutzschalter Typ A empfehlenswert. Dieser erkennt sowohl sinusförmige Wechselfehlerströme als auch pulsierende Gleichfehlerströme, die durch die Elektronik entstehen können.

Ab wann ist ein FI-Schutzschalter Typ B erforderlich?

Ein FI-Schutzschalter Typ B ist erforderlich, wenn Ihre Elektroinstallation potenziell glatte Gleichfehlerströme erzeugt. Dies ist typischerweise bei Geräten wie modernen Elektroauto-Ladestationen (Wallboxen), Frequenzumrichtern, speziellen Industriemaschinen oder bestimmten Heizsystemen der Fall. Ein Typ A oder AC erkennt diese glatten Gleichfehlerströme nicht und wäre somit kein ausreichender Schutz.

Was bedeutet die Bemessungsfehlerstromstärke von 30 mA?

Eine Bemessungsfehlerstromstärke von 30 mA (Milliamperestunden) bedeutet, dass der FI-Schutzschalter auslöst, wenn ein Fehlerstrom diesen Wert überschreitet. Dieser Wert wurde als Grenzwert für den Schutz von Personen vor lebensgefährlichen Stromschlägen festgelegt. Bei einem Fehlerstrom von 30 mA ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch einen tödlichen Stromschlag erleidet, stark reduziert.

Wie kann ich sicherstellen, dass mein FI-Schutzschalter ordnungsgemäß funktioniert?

Moderne FI-Schutzschalter verfügen über eine Test-Taste (oftmals mit „T“ oder „Test“ beschriftet). Diese sollte regelmäßig, mindestens einmal im Jahr, gedrückt werden, um die Auslösefunktion zu überprüfen. Wenn der Schalter auslöst, ist die Funktion gegeben. Sollte dies nicht der Fall sein, ist der Schutzschalter defekt und muss umgehend ausgetauscht werden. Eine regelmäßige Überprüfung durch eine Elektrofachkraft ist ebenfalls ratsam.

Welche Rolle spielen Normen wie die DIN EN 61008 bei der Auswahl?

Normen wie die DIN EN 61008 (für separate FI-Schutzschalter) und DIN EN 61009 (für FI-Schutzschalter mit Überstromschutz, RCBOs) definieren die technischen Anforderungen, Prüfverfahren und Leistungskriterien für Fehlerstromschutzschalter. Die Einhaltung dieser Normen garantiert, dass die Produkte sicher, zuverlässig und für den vorgesehenen Einsatzzweck geeignet sind. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Produkte nach diesen oder vergleichbaren internationalen Normen zertifiziert sind.

Kann ein defekter FI-Schutzschalter auch andere Geräte in der Installation beschädigen?

Ein defekter FI-Schutzschalter schützt primär nicht mehr vor Fehlerströmen, was ein Sicherheitsrisiko darstellt. Er selbst beschädigt in der Regel keine anderen Geräte, solange er keine internen Kurzschlüsse verursacht. Das Hauptproblem eines defekten FI-Schutzschalters liegt in seinem Versagen, die vorgesehene Schutzfunktion zu erfüllen, was zu gefährlichen Situationen führen kann.